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Bernd Holdmann bei der Hauptschule Munster
Jörg Grünhagen 29. November 2022
Bernd Holdmann bei der Hauptschule Munster

Für viele Schüler der 9. Klassen der Hauptschule Munster stellt sich die Frage, wie es mit ihnen nach Abschluss der Schule weitergehen soll. Sie blicken teils mit Sorge in die berufliche Zukunft, obwohl dringend Azubis gesucht werden. Wie passt das zusammen?

Um diese Frage zu beantworten und gleichzeitig den Jugendlichen berufliche Perspektiven im Handwerk aufzuzeigen, kam der Munsteraner Unternehmer Bernd Holdmann, geschäftsführender Gesellschafter der „RKM-Arens Anlagenbau GmbH“, zu einem Vortrag an die Hauptschule.1981 machte Holdmann selbst seinen Hauptschulabschluss in Munster und stand damals vor der gleichen Ausgangssituation wie die jetzigen Schüler.

Seine Erwartungen an seine berufliche Zukunft waren damals, dass er etwas Solides lernen wollte, was seinen handwerklichen Neigungen entsprach und dass er natürlich „gutes Geld“ verdienen wollte, um in der Lage zu sein, sich sein eigenes Leben aufzubauen und niemanden auf der Tasche zu liegen. Er absolvierte zunächst erfolgreich eine Ausbildung zum Schlosser, arbeitete anschließend mehrere Jahre als Metallbauer im Heidekreis, machte seinen Meister als Metallbauer und wählte 2004 den Weg in die Selbstständigkeit. Immer getreu seines Lebensmottos „Geht nicht – gibt´s nicht!“.

Inzwischen ist Holdmann geschäftsführender Gesellschafter der „RKM-Arens Anlagenbau GmbH“, einem mittelständischen Unternehmen des metallverarbeitenden Handwerks mit rund 300 Mitarbeitern mit Sitz im emsländischen Twist und Niederlassungen in Munster und Essen sowie eigenständigen Gesellschaften in Langelsheim, Hengelo (Niederlande) und Varazdin (Kroatien). Das alles als ehemaliger Hauptschüler aus Munster, der die gleiche Ausgangssituation für seine berufliche Zukunft hatte wie auch die heutigen Schüler.

Die jetzigen Hauptschüler konnten sich gut in Holdmanns schulischer Ausgangssituation wiedererkennen: „Das ist genau wie bei mir“ war oftmals zu hören. Zwischen den Schülern und dem Unternehmer entwickelte sich eine interessante Diskussion mit vielen Schülerfragen, die Holdmann alle ausführlich beantwortete. Er machte dabei auch keinen Hehl daraus, dass er als Schüler faul war und sich im Nachhinein wünsche die damaligen schulischen Angebote besonders im Bereich Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen stärker genutzt zu haben. Im Gegensatz zu späteren Weiterbildungsangeboten im Leben hat die Schule den großen Vorteil, dass man Wissen kostenlos von Lehrern vermittelt bekommt, die „nichts dafür haben wollen, sondern deren Ziel und Motivation es ist, ihre Schüler bestmöglich auf das Leben vorzubereiten“. Dieses schulische Angebot sollten die Schüler nutzen und nicht leichtfertig wegwerfen. Es ist die Grundlage, um später einen guten Beruf zu erlernen und auszuüben und sich damit die finanzielle Grundlage für ein besseres, eigenständiges Leben zu schaffen.

Unterstützt wurde Holdmann durch seinen Auszubildenden Florian Kröger, der schilderte, wie er den Schulunterricht nicht wirklich ernst nahm und „ziel- und planlos“ in die Zukunft gegangen ist. Er hatte dann aber das Glück bei RKM-Arens in Munster eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik beginnen zu können mit der Perspektive, nach erfolgreichem Abschluss der Lehre im Betrieb übernommen zu werden. Anfangs war die Lehre nicht leicht, weil er nicht genug fokussiert darauf war. Aber nachdem ihn sein Chef Bernd Holdmann in einem offenen Gespräch klar machte, dass er selbst für sein Leben verantwortlich ist und entscheiden muss, ob er eine erfolgreiche Lehre absolvieren will oder lieber mit einer Kündigung enden will, hat es bei ihm klick gemacht. Seitdem haben sich seine Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb mit der Unterstützung der Kollegen deutlich gebessert und er ist jeden Tag motiviert bei der Arbeit.

„Der Arbeitsmarkt steht euch allen offen und nie gab es bessere Chancen an einen guten Ausbildungsplatz zu kommen als heute“, wandte sich Holdmann an die Schüler, „aber es ist auch wichtig, dass ihr diese Chance ergreift. Ihr selbst seid für eure Zukunft verantwortlich. Es wird dabei immer Situation geben die herausfordernd für euch sind. Situationen in denen ihr denkt, dass ihr in einer Sackgasse seid, in der es nicht weitergeht. Aber dann macht es so, wie ich es gemacht habe: Sucht nach Wegen, die euch aus dieser Sackgasse herausführen. Geht nicht, gibt´s nicht! Es findet sich immer ein Weg, wenn man nur will. Geht raus aus eurer Komfortzone, setzt euch Ziele und packt an! Dann wird jeder von euch aus seiner Art und Weise erfolgreich sein.“.

Bernd Holdmann und seine Mitarbeiter werden die Hauptschule Munster auch zukünftig bei weiteren Aktionen unterstützen, in denen es darum geht die Schüler auf ihren Übergang von der Schule ins Berufsleben vorzubereiten.

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